Presseschau

Verbraucherschutz gestärkt: Wegweisendes BGH-Urteil zu Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein existenzieller Baustein der finanziellen Absicherung. Sie soll Ihnen Schutz bieten, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Doch was, wenn gerade dieser wichtige Schutz durch intransparente Klauseln und unfaire Bedingungen gefährdet wird? Als Verbraucherschutzverband wissen wir, wie belastend solche Unsicherheiten sein können.

Verbraucherschutz gestärkt: Wegweisendes BGH-Urteil zu Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein existenzieller Baustein der finanziellen Absicherung. Sie soll Ihnen Schutz bieten, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Doch was, wenn gerade dieser wichtige Schutz durch intransparente Klauseln und unfaire Bedingungen gefährdet wird? Als Verbraucherschutzverband wissen wir, wie belastend solche Unsicherheiten sein können.

Ein wegweisendes Urteil des Bundesgerichtshofs vom Juni 2024 (Az. IV ZR 437/22) stärkt nun die Rechte von Versicherungsnehmern erheblich – eine sehr gute Nachricht für Verbraucher!

Klarheit statt Kleingedrucktes: Was der BGH entschieden hat

Der Bundesgerichtshof hat bestimmten Praktiken von Versicherern, insbesondere bei der Anrechnung von gesundheitsbewusstem Verhalten (z.B. in Telematiktarifen), klare Grenzen gesetzt. Im Kern geht es um zwei entscheidende Punkte für den Verbraucherschutz:

  • Schluss mit der Intransparenz: Viele Klauseln, die regelten, wie sich gesundheitsbewusstes Verhalten auf Versicherungsprämien oder Überschüsse auswirkt, waren bisher kaum nachvollziehbar. Der BGH fordert nun unmissverständlich: Versicherer müssen diese Zusammenhänge klar und verständlich darlegen. Sie als Verbraucher haben ein Recht darauf, ohne verklausulierte Formulierungen zu wissen, woran Sie sind (§ 307 BGB).
  • Keine unangemessene Benachteiligung mehr: Besonders kritisch sah der BGH Klauseln, die bei einer fehlenden Mitteilung über gesundheitsbewusstes Verhalten automatisch von dessen Nichtvorliegen ausgingen. Eine solche Regelung benachteiligt Versicherungsnehmer in unangemessener Weise und verstößt gegen den Grundsatz von Treu und Glauben (§ 307 Abs. 1 Satz 1 BGB). Es darf nicht sein, dass Ihnen Nachteile entstehen, nur weil die Informationsprozesse des Versicherers nicht verbraucherfreundlich gestaltet sind.

Was bedeutet dieses Urteil konkret für Sie?

Dieses Urteil ist ein starkes Signal für den Verbraucherschutz und kann direkte Auswirkungen auf Ihren Vertrag haben:

  • Stärkere Position: Sie sind unfairen oder intransparenten Klauseln nicht schutzlos ausgeliefert. Das BGH-Urteil liefert eine solide rechtliche Grundlage, um sich zur Wehr zu setzen.
  • Prüfung bestehender Verträge: Es kann sich lohnen, Ihren bestehenden Berufsunfähigkeitsvertrag zu überprüfen, insbesondere wenn er Regelungen zu gesundheitsbewusstem Verhalten enthält.
  • Sicherheit bei Neuabschlüssen: Achten Sie bei neuen Verträgen noch genauer auf transparente Formulierungen.

Unsere Aufgabe als Verbraucherschutzverband

Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden, Kapitalanleger und Versicherungsnehmer e.V. (SfBKV) begrüßt dieses Urteil als wichtigen Schritt zur Stärkung der Verbraucherrechte. Als qualifizierte Einrichtung nach § 4 UKlaG ist es unsere satzungsgemäße Aufgabe, die Interessen von Verbrauchern zu schützen und den Finanzmarkt im Auge zu behalten. Wir setzen uns dafür ein, dass Versicherer die Vorgaben der Rechtsprechung umsetzen und ihre Vertragsbedingungen fair und transparent gestalten.

Sollten Sie Fragen zu Ihrem Vertrag haben oder vermuten, von undurchsichtigen Klauseln betroffen zu sein, ist es wichtig, Ihre Rechte zu kennen. Wir als SfBKV informieren und unterstützen Verbraucher, damit Ihre Absicherung im Ernstfall auch das leistet, wofür sie abgeschlossen wurde.