SFB – Wochenbericht Nr. 01/2020
Presseschau
Zu Neujahr
Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum Du Dich bemühst,
Möge Dir gelingen.
[Wilhelm Busch]
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Mit der Freude zieht der Schmerz / traulich durch die Zeiten.“ Es wird wohl so bleiben, wie es schon Johann Peter Hebel in den ersten Zeilen seines bekannten Neujahrsliedes beschreibt, nichts wird sich ändern, allen Neujahrsansprachen zum Trotz.
Bereits am dritten Tag des neuen Jahres meldete die Süddeutsche Zeitung, Privatkunden mit mindestens 250.000 Euro Einlagen müssen künftig 0,5 Prozent „Verwahrungsentgelt“ pro Jahr zahlen. Wir machten am 09.01.20 unter dem Titel „Banken mit Negativzinsen“ auf diese Meldung aufmerksam.
Es wäre müßig, danach zu fragen, ob wohl die Erhebung von „Verwahrungsentgelt“ richtig oder falsch sei. Die Ursache dieses Problems wurde zweifelsfrei durch die Entscheidung zum Negativzins durch die Europäische Zentralbank gesetzt. Über den Nutzen dieser Entscheidung streiten sich seit deren Einführung die Geister (Vergleichen Sie mit unserer Presseschau vom 11.01.20 „Was ist richtig?“). Es ist unfassbar, dass die Ratsmitglieder der EZB als Entscheidungsträger keine Einigung erzielen können, die von allen Beteiligten getragen werden kann. Als verwunderter Zeitungsleser erfahre ich aus dem relevanten Artikel bei „Focus Online“, dass die letzte Überprüfung der EZB-Strategie im Jahr 2003 stattfand (!). Sieh mal einer an. „Hintergrundstudien im Umfang von knapp 340 Seiten“ standen den Ratsmitgliedern seinerzeit zur Verfügung.
Nun will Madame Lagarde diese Strategie, die auf der Basis dieser 340 Seiten fußt, einer umfassenden Überprüfung unterziehen. Diese Überprüfung soll dann bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Es gibt eben doch nichts Neues unter der Sonne.
(Strategie: „Genauer Plan für die Handlungen, mit denen man ein Ziel verwirklichen will“)
Es ließe sich nun 340 Seiten lang über die Genialität unserer Finanz-Generalität polemisieren, aber das verkneife ich mir lieber. Stattdessen wünsche ich Ihnen ein wunderschönes Wochenende. Bleiben Sie gesund! O.K.