SfB-Wochenbericht Nr. 03/2019
Presseschau
SfB-Wochenbericht Nr. 03/2019
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 06. Februar 2019 fand im Nationaltheater Weimar ein Festakt zum Thema „100 Jahre Weimarer Reichsverfassung“ statt. Die Festrede hielt der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Als Weimarer verfolge ich natürlich derlei Veranstaltungen mit größtem Interesse und muss Ihnen gestehen, dass mich dieser Auftritt des Bundespräsidenten sehr stark beeindruckte.
Fern vom üblichen arroganten Politikersprech (wir müssen das den Menschen draußen, in diesem unserem Lande erläutern, etc.) brachte Frank-Walter Steinmeier das Wesen der Demokratie mit klaren Worten auf den Punkt: Demokratie vertraut sich ihren Bürgern an. Demokratie braucht Alle. Es gibt keine Elite im Elfenbeinturm, die ihrem Wahlvolk erklären muss, wo es lang geht, es gibt nicht „die Menschen draußen“. Wir sind nämlich „alle drinnen“! „Jeder, der sich abwendet, fehlt der Demokratie“.
Einen kleinen Ausschnitt der Festrede möchte ich Ihnen zitieren (Wenn Sie die gesamte Rede lesen wollen, folgen Sie bitte diesem Link):
„Ich glaube, es braucht noch mehr als Respekt und Gesetzestreue. Eine Demokratie, auch unsere, ist angewiesen auf Loyalität und Vertrauen, vor allem auf das Engagement derer, die in ihr leben. Sie ist angewiesen auf demokratische Patrioten.
Die Demokratie verlässt sich nicht auf Zwang und Kontrolle, und sie beruft sich nicht auf göttliche Gnaden. Sondern Demokratie ist und bleibt ein Wagnis, weil sie sich völlig ihren Bürgern anvertraut! Jeder, der sich abwendet, fehlt der Demokratie. Und deshalb dürfen wir niemanden achselzuckend ziehen lassen. Das ist nicht einfach die Lehre, sondern das bleibt unsere Aufgabe aus der Weimarer Zeit!“
Ist hier nicht mit klaren und verständlichen Worten das Engagement unserer Schutzgemeinschaft umrissen? Bedarf es noch des Hinweises, dass die Tätigkeit eines Vereins unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes (hier Artikel 9 Abs. 1 GG) steht?
In diesem Zusammenhang ist es mir persönlich unverständlich, wie die Kompetenz eines Vereins, nach dessen nahezu zwanzigjähriger (erfolgreicher!) Tätigkeit, in Frage gestellt werden kann. „ . . . es braucht noch mehr als Respekt und Gesetzestreue“ Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
Ist es nicht erschütternd, mit welcher Selbstverständlichkeit Meldungen der Medien zur Kenntnis genommen werden, in denen über kriminelles Verhalten der Banken berichtet wird? (siehe dazu unsere Presseschau vom 15.02.19; „Die Katze lässt das Mausen nicht“, sowie dgl. vom 16.02.19; „Banken beraten schlecht“)
Wo bleibt hier der laute Aufschrei des Lesers? Na ja, ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen! O.K.