SfB – Wochenbericht Nr. 07/2019
Presseschau
Wohl geschieht´s; denn in den Räumen
dieser Wunderwelt ist eben
nur ein Traum das ganze Leben;
und der Mensch (Das seh ich nun)
träumt sein ganzes Sein und Tun,
bis zuletzt die Träum entschweben.
[Calderon, Das Leben ein Traum]
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Welt wird immer verrückter. Denken Sie das auch manchmal? Nehmen wir zum Exempel diese Woche: Da wird in der Öffentlichkeit völlig ungeniert darüber debattiert, wie man am besten den Sparern ihr erspartes Geld abnehmen kann (Ein Stück Papier). Da gibt es zum Thema Zinsen tatsächlich die Möglichkeit, sich Geld zu borgen und zur Belohnung dafür eine Anerkennungsprämie infolge der Negativzinsen zu bekommen (Kein Aprilscherz). Da gehen Bänker auf die Straße, um für mehr Geld zu demonstrieren (Banker-Demo in Hannover). Dann war da noch der Bänker aus der Sparkasse Werra-Meißner, der seine Kunden um einen Millionenbetrag betrog (Der Millionenbetrug). Nicht zu erwähnen, die Volksbanken und Sparkassen, die um die Wette wehklagen, obwohl deren Rendite von Jahr zu Jahr steigt und mittlerweile im Milliardenbereich angekommen ist (Trotz alledem).
Wir lernten in den vergangenen Tagen auch, dass es der Deutschen Bank an der nötigen Brutalität fehle, um erfolgreich zu sein. Die Möglichkeit einer Entlassung von Bankangestellten im großen Stil wird als kommendes „Blutbad“ bezeichnet (Das Blutbad).
Kein Wunder, dass man bei diesem Informationsangebot denkt, es sei „zum Verrückt werden“. Ein verrückter Gedanke. Da stelle ich doch lieber fest, dass es „die Welt“ ist, die immer verrückter wird. Wie betitelte bereits Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz seinen Bestseller?
Wir behandeln die Falschen, unser Problem sind die Normalen.
Lassen Sie sich’s nicht verdrießen! Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. O.K.