SFB – Wochenbericht Nr. 11/2020

Presseschau

„Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei, 
Und würd er in Ketten geboren . . .

[Fr. Schiller]

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Münchner Tageszeitung hat den Titel ihrer Meldung sehr schön und lustig verpackt: „Münchner hamstern Klopapier und Nudeln – jetzt auch noch Bargeld?“

Inzwischen häufen sich die Meldungen über „unvernünftige“ Bankkunden, die Bargeld „hamstern“ oder „horten“. (Ein sachlicher Bericht über diese Erscheinung wurde von der „FAZ“ veröffentlicht)

Hier fehlt jedoch regelmäßig eine kleine Anmerkung: Der Bankkunde hebt in aller Regel Geld von seinem eigenen Konto ab, gleichgültig, welche Menge das auch sein mag. Es ist also sein Eigentum, über welches er jederzeit verfügen kann. Von „hamstern“ kann dabei nicht die Rede sein. 

Warum gibt es immer wieder Menschen, die anderen Menschen erklären müssen, wie sie sich zu verhalten haben? Mehr Toleranz wäre wünschenswert. Insofern jemand das Gefühl hat, dass die Bevorratung mit Klopapier in einer Krise höchste Priorität habe, so sollte man das einfach akzeptieren und sich an eigene, kleine Fehlreaktionen erinnern. Interessant erscheint mir in der gegenwärtigen Situation doch, dass bisher selbstverständliches Verhalten unerwartet hinterfragt wird: Ist die bisher erreichte absolute Globalisierung tatsächlich so eine gute Lösung? Warum werden manche Erzeugnisse nicht mehr in Deutschland hergestellt? Nur des Preises wegen? Da gibt es doch so manches, was noch einmal neu gedacht werden muss.

Lassen Sie es sich nicht verdrießen und bleiben Sie gesund! Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen! O.K.