SFB – Wochenbericht Nr. 13/2020
Presseschau
„Die staatlichen Hilfen bewahrten die Banken vor der Insolvenz,
einige wurden sogar direkt mit Staatshilfe gerettet.“
[BPB; fluter vom 11.09.2018; Zur Finanzkrise 2008]
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Die Geldhäuser müssten wieder Dienstleister sein und keine „Zockerbuden, die mit fremder Leute Geld hohe Einsätze wagen“, heißt es in einem Papier mit Vorschlägen zur Bändigung der Finanzbranche“.
Das Zitat stammt aus einem Beitrag von „t-online“ mit dem Titel: „Steinbrück will Banken an die Kandare nehmen“, vom 25.09.2012. Erinnern Sie sich? „Die Kosten würden auf die Steuerzahler abgewälzt, während die Finanzbranche an ihren Gewinnen, Dividenden und Managerboni festhalte“. Allerlei Redensarten von „früher“, deren Verfallsdatum wohl nie erreicht wird.
„Mit ihrer Arroganz zerstören die Banken Tausende Existenzen und werden ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung in diesen schwierigen Zeiten nicht gerecht“. Dieses Zitat ist einem Beitrag von „Focus Online“ entlehnt, der unter dem Titel „Altmaiers Nothilfe stockt: Wie Banken Unternehmer in der Krise hängen lassen“ erschien. Wir machten in unserer Presseschau vom 01.04.20 unter dem Titel „Bänker zeigen ihr wahres Gesicht“ darauf aufmerksam. Am 02.04.2020 berichtete „BR24“ ebenfalls über das willkürliche Verhalten der Banken und Sparkassen bei der Kreditvergabe an kleine Firmen, die sich um einen Hilfskredit bewerben.
Fazit: In der Berichterstattung über Probleme mit Banken hat sich in den vergangenen zwölf Jahren nichts geändert. Trotz aller Bemühung der Politik, schnell und wirkungsvoll zu handeln, stellt sich immer wieder heraus: Das letzte Wort haben die Banken.
Einen erheblichen Anteil an diesem Zustand könnte das Lobbyistentum haben, der gemeinnützige Verein „Lobbycontrol“ schätzt die Anzahl der Lobbyisten in Berlin auf ca. 6.000 Personen. In einem Kurz-Video wird die Situation verständlich dargestellt. Ob es daneben weitere Ursachen geben mag, sei einmal dahingestellt. Für uns gilt weiterhin: Eine gute Information sichert uns die Möglichkeit einer guten eigenen Meinungsbildung.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. Bleiben Sie gesund! O.K.
P.S.: Eine kleine Frage bewegt mich ganz persönlich, die ich bisher nicht beantworten konnte: Im erwähnten Beitrag von Focus Online „Altmaiers Nothilfe stockt etc.“ heißt es
Indirekt kritisierte die Bank den Unternehmer dafür, dass er auf die 90-Prozent-Haftung des Staates pochte und nicht selbst den Kopf hinhalten wollte. Ein Gesellschafter, der so handele, stelle die Zukunft seines Unternehmens offensichtlich selbst in Frage, hieß es in fast schon dreistem Ton. „Weder uns als Bank noch dem Staat als Haftungsfreisteller ist unter diesen Umständen eine Kreditausreichung zuzumuten.“
Ob es wohl einen Vorstandsvorsitzenden einer deutschen Bank oder Sparkasse geben mag, der für einen Kredit „seiner“ Bank persönlich haftet?