SFB – Wochenbericht Nr. 15/2019
Presseschau
Sehr geehrte Damen und Herren!
Haben Sie in unserer Presseschau den Beitrag „Die Welt ohne Bargeld“vom 14.05.2019 entdeckt?
Nach wie vor ist es ja so,
„dass Banknoten im Euro-Währungsgebiet das einzige, unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel sind.Jeder Gläubiger einer Geldforderung muss vom Schuldner Banknoten in unbegrenztem Umfang als Erfüllung seiner Forderung annehmen, sofern beide nichts anderes vereinbart haben.“
Warum, um alles in der Welt, kommen immer wieder diese ewigen Diskussionen um die Abschaffung des Bargelds hoch? Die Antwort ist, wie immer, leicht gefunden, wenn man sich die Frage stellt: „Wem nützt es?“
Es steht außer Frage, dass die Herstellung und Verwaltung von Bargeld mit hohen Kosten verbunden ist. Nur, die Entwicklung und Verwaltung von Giralgeld ist ebenfalls mit hohen Kosten verbunden. Das sind wohl, neben der Herstellung und Entwicklung von technischen Hilfsmitteln, hauptsächlich die Gewinnmargen der Kreditkartenfirmen, die von jeder Transaktion profitieren. Hier besteht eine starke Lobby, die bei einer Abschaffung des Bargeldes extrem profitieren würde. (Nebenbei erwähnt, sitzt diese Lobby ausnahmslos in US-Amerika, auf die bekannten Bedenken des Datenschutzes möchte ich in dieser Stelle nicht weiter eingehen.)
Versuche, beispielsweise in Deutschland Marktanteile im Kreditkartengeschäft am eigenen Handelsplatz zu erwerben, sind nicht über ihre Ankündigungen herausgekommen. Warum berichten unsere Medien immer wieder von den immensen Kosten des Bargelds, aber niemand spricht von den Kosten der Kreditkarten? Wem nützt es? Das Bargeld hat leider keine Lobby. Interessant bleibt die Positionierung der Deutschen Bundesbank, die sehr sachlich und unabhängig zur Problematik berichtet. Wer sich weitergehend mit dem Thema Bargeld beschäftigen möchte, dem sei ein Beitrag der Deutschen Bundesbank vom 03.04.2017 aus einer Tagung des Deutschen Historischen Museums empfohlen: „Die Bedeutung des Bargelds als Wertaufbewahrungsmittel“.
Erstaunlich bleibt die Arbeit eines Bundestagsausschusses, der ein IT-Beratungsunternehmen beauftragte, eine „Welt ohne Bargeld“näher unter die Lupe zu nehmen. Die Vorgabe von Schwerpunkten in dieser Aufgabenstellung sind bemerkenswert:
„Dabei sollen auch jene Länder in den Blick genommen werden, die bereits heute Vorreiter in der Abschaffung des Bargelds sind.“
„Gleichzeitig ließe sich aus den gewonnenen Daten eine bessere staatliche Kontrolle herstellen.“
„Die Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungen, insbesondere die Nutzung von Bankkonten, könnte gesteigert werden.“
„Als Hürde für die Adaption innovativer Bezahlmethoden, und eine Verdrängung von Bargeld als Zahlungsmittel, kann die Nutzerfreundlichkeit von Bargeld angesehen werden.“
Trotz alledem – vergessen wir über diesen „Geldsorgen“ nicht, dass es schönes Wetter geben soll, ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende! O.K.