SFB – Wochenbericht Nr. 17/2020

Presseschau

„An unserm Zutrauen zu andern haben sehr oft 
Trägheit, Selbstsucht und Eitelkeit den größten Anteil.

[Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit]

Sehr geehrte Damen und Herren,

warum, um alles in der Welt, verhalten wir uns eigentlich gegenüber „unserer Hausbank“ so unglaublich loyal? Sind es tatsächlich Trägheit, Selbstsucht und Eitelkeit, die in der Hauptsache unser Verhalten gegenüber dem Geldhändler steuern? Oder fühlen wir uns unbewusst vom Bänker abhängig, weil der unser Geld - und damit unsere Seele - in der Hand hat?

In unserer Presseschau vom 17.05.20, unter dem Titel „Die Eingeweihten“, machten wir auf  einen Bericht vom „Business Insider“ aufmerksam. Das Medium verweist auf die üblichen Praktiken der Sparkassen und Banken, wonach „bis zu 70 Cent, im Durchschnitt aber 34 Cent“ vom Kunden für einen Geschäftsvorfall zu zahlen sind. 

Irgendwann, frühestens bei der Kontoeröffnung, hat jeder Bankkunde mit dem Geldinstitut seiner Wahl einen Vertrag abgeschlossen, in dem auch die Kostenregelungen vereinbart wurden. Bei späterer Preiserhöhung seitens der Bank haben Sie jeweils eine einseitige Vertragsänderung von Ihrer Bank bekommen. Darin wurde Ihnen üblicherweise die Möglichkeit eines Vertragsrücktritts angeboten, falls Sie mit den angebotenen Änderungen nicht einverstanden gewesen wären.

„Die“ werden das schon richtig machen, dachten Sie dann und haben nicht reagiert. In aller Regel haben Sie dann das Schreiben Ihrer Bank abgeheftet und aus dem Bewusstsein verdrängt. Zwischenzeitlich hat die Corona Pandemie so einige Veränderungen gebracht, das Bezahlen mit EC-Karte kam stärker in Mode, weil es sich so hygienisch anfühlt. Das Limit für Abbuchungen ohne mühsame PIN-Eingabe wurde von 25 Euro auf 50 Euro erhöht und wir fühlten uns wieder mal ein wenig moderner. 

Bis zum Zugang der nächsten Kontoauszüge, auf denen plötzlich Kostenentwicklungen in zweistelliger Höhe erschienen. Die begleitenden Kommentare der Medien:

 „Kunden wissen häufig nicht, dass diese Gebühr von bis zu 70 Cent erhoben wird.“

„Verbraucherschützer kritisieren das Vorgehen der Finanzinstitute“ 

Und nun? Die Banken haben sich wohl mit großer Wahrscheinlichkeit juristisch korrekt verhalten. Sicher etwas fragwürdig in der Transparenz, aber: Das Unternehmensziel der Geldhäuser ist es, eine maximale Rendite zu erwirtschaften. Auch öffentlich-rechtliche Anstalten sind so motiviert. Lösen Sie sich von der Illusion, dass den Banken die Interessen ihrer Kunden am wichtigsten seien.

Geldhändler sind verpflichtet, ein aktuelles Preis- Leistungsverzeichnis öffentlich auszuhängen, ihren Kunden werden sie das auch gerne aushändigen. Da können Sie jederzeit den Preis für eine Buchung erkennen. Machen Sie notfalls ein Foto mit Ihrem Händi vom Aushang, um es zu Hause in Ruhe zu studieren. 

Wenn Ihnen die Kosten ihrer Bank zu hoch sind, wechseln sie zu einer anderen Bank. Das ist für Sie kostenfrei. Bedenken Sie das Ungleichgewicht mit Ihrem Vertragspartner Bank oder Sparkasse. Ein Konflikt ist da immer so etwas wie ein Kampf zwischen David und Goliath. Denken Sie darum über eine Mitgliedschaft in unserer Schutzgemeinschaft für Bankkunden nach. Sie könnten dadurch von der zwanzigjährigen praktischen Erfahrung der SfB profitieren.

Trotz alledem, lassen Sie es sich nicht verdrießen! Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen, bleiben Sie gesund! O.K.