SFB – Wochenbericht Nr. 19/2019
Presseschau
Sehr geehrte Damen und Herren,
da hatte ich mal in vergangener Zeit einen Arbeitskollegen, der rechnete alles in Brötchen um. Das war nun, rein rechnerisch, zu DDR-Zeiten recht einfach. Ein Brötchen kostete immer und überall fünf Pfennige und die sogenannte „Fünferreihe“ im kleinen 1 x 1 war leicht beherrschbar:
„Was, der Eintrittspreis beträgt 3,50 Mark? Da kaufe ich mir lieber 70 Brötchen dafür, da habe ich mehr davon!“ so etwa hörte sich das dann an.
Der Vergleich war verständlich und trainierte so nebenher auch das Kopfrechnen. Pädagogisch ausgedrückt, erfüllte er ganz vorbildlich die didaktischen Prinzipien der Fasslichkeit, der Anschauung und der Praxisnähe.
Wie anders dagegen ist ein „Vergleich“ der Umweltbelastung durch Kohlenstoffdioxid bei der Herstellung eines Bitcoins, im Vergleich mit der Wirtschaft Jordaniens ausgefallen (siehe Pressespiegel vom 13.06.2019; „Viel Kohlenstoffdioxid“).
Da haben Rechner, welche die Währung „Bitcoin“ erstellen, eine jährliche Menge von 22 bis 22,9 Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. (Der Ausstoß des Kohlendioxids erfolgte natürlich bei der Energieerzeugung für die Rechner, nicht am Rechner selbst.) Wieviel Bitcoins da im Jahr „erstellt“ wurden, ist unbekannt. Handelt es sich um die sogenannte „Seigniorage“, ähnlich der Münzherstellung?
Welche Information da eigentlich ankommen soll bleibt unklar. Ebenso der Vergleich mit dem jährlichen Schadstoffausstoß von Jordanien. Was kann ich als Medienkonsument mit dieser Information eigentlich anfangen?
Das Leben bleibt spannend. Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende! O.K.