SFB – Wochenbericht Nr. 19/2020
Presseschau
„Jedes Ding hat drei Seiten. Eine positive,
eine negative und eine komische.“
[Karl Valentin]
Sehr geehrte Damen und Herren,
„7-Seiten-Analyse aufgetaucht: EZB und Finanzaufsicht wollen bei der Sparkasse aufräumen“. So der Titel eines aktuellen Beitrages von „Focus-Online“, in bewusst spektakulärer Formulierung.
Die „7-Seiten-Analyse“ ist rechtzeitig nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Anleihekäufen der EZB „aufgetaucht“, um an dem, in der Europäischen Union ungeliebten, Modell deutscher Sparkassen eine konzertierte Aktion von EZB und BaFin zu demonstrieren. Das wirft die Frage auf, warum gleich zwei mächtige Kontroll-Institutionen der Politik gemeinsam Front machen gegen die armen Sparkässler. Wäre es nicht kostengünstiger gewesen, sich mit der BaFin zu bescheiden und die wertvollen Kapazitäten der EZB bei der Erforschung ihrer eigenen Strategie zu belassen?
Die Interaktion zwischen Prüfern und Prüflingen wird mit den Begriffen einer Gastritis beschrieben: „Danach stößt den Prüfern auf, dass das Sicherungssystem schlecht organisiert sei“ und „Entsprechend reagiert der DSGV angesäuert über die Forderungen aus Frankfurt“. Diese Beschreibung lässt keine harmonische Zusammenarbeit zwischen Prüfern und Prüflingen vermuten. Aber immerhin beziehen sich die unterschiedlichen Standpunkte der Kontrahenten auf Sachfragen. Es werden diesmal keine Kompetenzen angezweifelt. Der 7-Seiten-Analyse von EZB und BaFin steht bereits eine 9-Seiten-Antwort der DSGV gegenüber, die derzeit ausgewertet wird. Die Prüfer wollen nach dieser Auswertung ihre Forderungen anpassen.
Fazit: Prüfer und Prüflinge werden irgendwann zu einem Ergebnis kommen. Der Weg dorthin und das Ergebnis, wie es auch immer aussehen mag, werden viel Geld kosten. Geld, welches vom Bankkunden in dessen Doppelfunktion als Bankkunde und als Steuerzahler zu entrichten sein wird.
Lassen Sie es sich nicht verdrießen. Ein liebliches Pfingstfest wünsche ich Ihnen! O.K.