SFB – Wochenbericht Nr. 20/2020
Presseschau
„Es gibt eine Idee, die einst den wahren Weltkrieg in Bewegung
setzen wird: Dass Gott den Menschen nicht als Konsumenten
und Produzenten erschaffen hat. Dass das Lebensmittel nicht
Lebenszweck sei. Dass der Magen dem Kopf nicht über den Kopf
wachse. Dass das Leben nicht in der Ausschließlichkeit der
Erwerbsinteressen begründet sei. Dass der Mensch in die Zeit
gesetzt sei, um Zeit zu haben und nicht mit den Beinen irgendwo
eher anzulangen als mit dem Herzen.“
[Karl Kraus, 1915]
Sehr geehrte Damen und Herren,
geht es Ihnen auch so, dass im Gespräch mit Zeitgenossen immer wieder die „Corona-Krise“ Thema Nr.1 wird? Dass sich, nach dem hoffentlich baldigen Ende dieser Phase, irgendwelche Dinge ändern werden, obwohl keiner genau weiß, was und wie?
Ein Bekannter, den ich neulich traf, beschrieb das Thema so: „In den Nachrichten höre ich immer nur von Paketen, die geschnürt werden und von Rettungsschirmen, die aufgespannt werden. Die Geldsummen, die dabei genannt werden, bewegen sich mittlerweile in astronomischen Bereichen. Millionen, Milliarden und Billionen fliegen einem da nur so um die Ohren, dass einem angst und bange wird. Das erinnert doch irgendwie an die Inflation“.
Ja, was lässt sich dazu sagen? Die Deutsche Bundesbank, deren vorrangige Aufgabe es nach eigenen Angaben ist, den Wert des Geldes zu schützen, erklärt uns die Hintergründe und Zusammenhänge in der Informationsschrift „Geld und Geldpolitik“. Diese Information erhalten Sie kostenlos in digitaler Form auf den Internetseiten der Deutschen Bundesbankoder als Printausgabe nach schriftlicher Bestellung. Das Thema Geldschöpfung wird dort ausreichend und verständlich erklärt: Es handelt sich um eine Buchgeldschöpfung durch Kreditgewährung, die durch eine Kreditvergabe der Banken entsteht. Wie das bei unseren Ahnen in der deutschen Inflation von 1914 bis 1923 abgelaufen ist, und warum es zur Hyper-Inflation 1923 kam, wird in einem Wikipedia-Beitrag ganz gut erklärt.
Was die Zukunft bringen wird, kann natürlich niemand voraussagen. Halten wir uns an Franz Beckenbauers optimistische Devise: „Schaun mer mal, dann sehn mer schon“, oder greifen wir auf ein weiteres Zitat von Karl Kraus aus dem Jahr 1925 zurück: „Es genügt nicht, keinen Gedanken zu haben: Man muss ihn auch ausdrücken können“.
Lassen Sie es sich nicht verdrießen. Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich Ihnen! O.K.