SFB – Wochenbericht Nr. 23/2020
Presseschau
Schein und Sein
„Mein Kind, es sind allhier die Dinge,
Gleichviel, ob große, ob geringe,
Im wesentlichen so verpackt,
Daß man sie nicht wie Nüsse knackt.
Wie wolltest du dich unterwinden,
Kurzweg die Menschen zu ergründen.
Du kennst sie nur von außenwärts,
Du siehst die Weste, nicht das Herz.“
[Wilhelm Busch]
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Abschaffung des Bargeldes könne man der Kriminalität den Boden entziehen, so die Standard-Publikation. Handelt es sich eigentlich bei Wirecards fehlenden 1,9 Milliarden Euro um Bargeld, also Banknoten oder ist hier Buchgeld verschwunden? Nach der üblichen Argumentation könnte es ja wohl nur ein körperliches „Verschwinden“ von Banknoten geben. Beim Buchgeld ginge das nicht, da es dazu immer eine Buchung, also eine Dokumentation über einen Besitzwechsel und den weiteren Verbleib des Geldes gibt.
Nicht faßbar, dass es „einer der vier umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt“ (Wikipedia: EY), nämlich Ernst & Young, nicht gelang, den Bilanzbetrug aufzudecken. Mittlerweile werden Stimmen laut, die eine Eignung von Ernst & Young als Abschlußprüfer überhaupt in Zweifel stellen.
Noch weniger faßbar, das Versagen der deutschen Finanzaufsicht Bafin, die EU-Kommission will das nun prüfen lassen. Die Nachrichtenagentur Reuters bezeichnet diesen Schritt als ungewöhnlich und peinlich. Sie gelangt zu der Feststellung, dass es sich bei Wirecard um eine der größten Pleiten der Bundesrepublik Deutschland handelt.
Lassen Sie es sich nicht verdrießen! Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen! O.K.