SFB – Wochenbericht Nr. 25/2020

Presseschau

„Wenige Menschen sind fähig, überzeugt  zu   
werden; überreden lassen sich die meisten.“
[Goethe]

Sehr geehrte Damen und Herren,

im „Merkur“ vom 10. Juli 2020 gibt es unter dem Titel: „Bares Geld sparen: So führen Sie Ihr Haushaltsbuch richtig“einen kleinen Ratgeber zur Führung eines Haushaltsbuches.

Allerdings sparen Sie mit der Führung eines Haushaltsbuches rein gar nichts. Es hilft Ihnen zur Analyse Ihrer Geldeinnahmen bzw. -ausgaben, im Grunde bleibt es jedoch eine statistische Spielerei. Nehmen wir die Anleitung gar wörtlich („Bares“ Geld sparen), so soll das Haushaltsbuch lediglich der Erfassung von Bargeldeinnahmen bzw. -ausgaben dienen.  Wozu eine Dokumentation der Trauer über ausgegebenes Geld anfertigen?

Die Alternative zum „Haushaltsbuch“ ist die echte Kostenplanung in einem „Kostenplan“ bzw. „Zahlungsplan“ oder optimistischer formuliert, in einem „Sparplan“. Die Betonung liegt dabei auf „Plan“, eine Aufstellung oder Planung, bevor das Geld ausgegeben wird. 

Dazu benötigen wir eine Tabelle mit den drei Spalten:  
1. Einnahmen,  
2. Ausgaben-Soll,  
3. Ausgaben-Ist.

Die Differenz zwischen 1. Einnahmen und 2. Ausgaben-Soll ergibt zunächst einmal das überhaupt möglicheSparpotential. Vergessen Sie nicht, unter 2. Ausgaben-Soll eine eiserne Reserve von wenigstens 10% einzuplanen, falls Sie eine „Kleinigkeit“ vergessen haben sollten. Tragen Sie im laufenden Monat unter 3. Ausgaben-Ist die tatsächlichen Ausgaben ein um dann am Monatsende in einem Plan/Ist – Vergleich die Genauigkeit ihrer Planung zu kontrollieren. 

Selbstverständlich tragen Sie alle geplanten Ausgaben in 2. Ausgaben-Soll ein, gleichgültig ob Sie Abbuchungen oder Barzahlungen vornehmen. Abbuchungsposten geraten schnell mal in Vergessenheit, wenn sie nur jährlich, bzw. in größeren Zeitabständen anfallen. 

Gleichgültig, ob Sie Ihren Sparplan mit Notizbuch, Tabellenkalkulation oder Applikation führen, wichtig ist es, dass Sie aktiv bestimmen, was wann bezahlt wird. bevor Sie von einem Fälligkeitstermin überrascht werden. Nehmen Sie Ihr monatliches Ausgaben-Soll in regelmäßigen Abständen unter Kontrolle, um nach einem Einsparungspotential zu suchen (muss ich eigentlich noch die Tageszeitung abonnieren? Gibt es einen günstigeren Händivertrag? Gibt es eine günstigere Kfz-Versicherung? usw.) 

Ist Ihnen der ganze Aufwand zu groß, bleibt immer noch die Methode der drei Tassentöpfe von Edgar Most (Edgar Most, der einzige Ostdeutsche, der nach der Wende in die Chefetage einer deutschen Bank kam), die er in seiner Biographie: „Fünfzig Jahre im Auftrag des Kapitals“ wie folgt beschrieb:

Die einzige „Bank“, die ich bis dahin (Anm.: zum Beginn seiner Lehrzeit) kannte, waren die drei Tassentöpfe meiner Mutter. Das Geld im ersten war für die Grundversorgung bestimmt, dass im zweiten für Kleidung, der dritte Topf enthielt die eiserne Reserve.“

Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. Bleiben Sie gesund! O.K.