SFB – Wochenbericht Nr. 28/2019

Presseschau

Kein Ding ist gut oder schlecht,  
erst das Denken macht es dazu. 
[William Shakespeare]

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Sparkassenchef von Deutschland schrieb jüngst einen Brief an den Zentralbankchef von Europa (Pressespiegel vom 17.08.19; „Ein drastischer Brief“). Darin bezeichnet der deutsche Sparkassenchef die Handlungsweise des europäischen Zentralbankchefs als falsch. Weil dieser nämlich „durch die Abschaffung der Zinsen“ (!) das Leben von Millionen Menschen „nicht zum Guten, sondern langfristig zum Schlechten“ verändere. 

Nun werden die Banken, insbesondere die Sparkassen, seit Draghis Zinspolitik des Klagens nicht müde. Diese Art der Betrachtung sieht allerdings nur die eine Seite der Medaille. Denn es ist nicht wahr, dass Geld „arbeitet“. Wer Zinsen für sein Geld haben will, braucht immer auch Schuldner, welche diese Zinsen erwirtschaften. Sind nicht genug Schuldner da, fehlt es an Zinsen. 

Was Draghi macht, ist logisch und konsequent: Er will „auf Teufel komm raus“ Schuldner rekrutieren, die Zins und Zinseszins für diejenigen erwirtschaften, die das Geld haben und eine ordentliche Rendite erwarten. Dieser Effekt lässt sich allerdings nur durch ein stetiges Wachstum der Wirtschaft erreichen. Dass unsere Umwelt dabei immer weiter und stärker ausgeplündert werden muss, stößt mittlerweile auf einen spürbaren Widerstand nachdenklicher und mündiger Bürger. Die stetige Steigerung der Wertschöpfung gerät damit immer mehr ins Stocken. 

Die von Schleweis geforderte sofortige Umkehr von Draghis Kurs käme jedoch derzeit einer wirtschaftlichen Katastrophe gleich.  Obwohl auch „Draghis Kurs“ nur einen Zeitgewinn erzielt und keine wirkliche Problemlösung. 

Genießen Sie ein wunderschönes Wochenende und bleiben Sie gesund! O.K.