SFB – Wochenbericht Nr. 32/2019

Presseschau

Mein Kind, es sind allhier die Dinge, 
Gleichviel, ob große, ob geringe, 
Im wesentlichen so verpackt, 
Daß man sie nicht wie Nüsse knackt.

Wie wolltest du dich unterwinden,
Kurzweg die Menschen zu ergründen. 
Du kennst sie nur von außenwärts 
Du siehst die Weste, nicht das Herz.

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Der erste Eindruck ist der beste“, sagt der Volksmund. Mitunter ist das aber nicht so. Dann heißt es, „Der Schein trügt“. 

Als am Donnerstag die Entscheidung der Europäischen Zentralbank bekannt wurde, den Negativzins von minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent zu ändern, gab es wenige Stunden später kritische Kommentare dazu. Wie zu erwarten war. 

Eine bemerkenswerte Schlagzeile fand sich in der Zeitung „Die Welt“: „Jetzt sprengt der Minuszins die Grundregeln unserer Gesellschaft“. Im Beitrag war dann zu lesen: „Ohne Zins ist die Funktionsweise des Kapitalismus fundamental gestört“. Sieh mal einer an. Der Autorin ist sicher entgangen, dass die EZB keineswegs den Zins abgeschafft hat, sondern lediglich mit negativen Zahlen rechnet. Im Kapitalismus sind die Regeln der Mathematik nicht verboten. 

Zu den Beschlüssen der EZB gehört die Einführung eines neuen Staffelzinses nach dem Vorbild der Schweiz. Danach werden Banken vermutlich in Zukunft sparen, trotz des erhöhten Negativzinses. Genaueres ist aus dem Wirtschaftsmagazin Focus-Online zu erfahren, in der Rubrik „Finanzen“, in einem Beitrag vom 12.9.19 unter dem Titel „Banken schimpfen über höheren Strafzins, dabei sparen sie fast eine Milliarde“. Der Beitrag verdient eine Empfehlung an alle Interessierten. Der EZB ist sicherlich nichts daran gelegen, die Sparer und die Banken zu ärgern. Hoffen wir mal, dass die Rechnung aufgeht!

Bleiben Sie kritisch und neugierig! Am Wochenende soll wieder schönes Wetter werden, genießen Sie dieses Geschenk! Ich bleibe O.K.