SFB – Wochenbericht Nr. 32/2020

Presseschau

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; 
es kommt aber darauf an, sie zu verändern.

[Karl Marx]

Sehr geehrte Damen und Herren,

es sind nicht nur die Philosophen, deren Tätigkeit sich auf eine Interpretation des Geschehens beschränkt. Interpretieren bedeutet soviel wie auslegen, deuteln oder deuten, darauf beschränken sich, erstaunlich häufig, auch hochdotierte „Macher“ der Gesellschaft. 

Haben Sie den Beitrag „BaFin und Bundesbank warnen vor Kreditausfällen bei Sparkassen“ in der Wirtschaftswoche gelesen? Wir machten am 04.09.20 unter dem Titel „Die Warnung“ in unserer Presseschau darauf aufmerksam.

„Die obersten Bankenaufseher der Finanzaufsicht BaFin . . .“, also jene, die gerade den Betrugsskandal der Verbrecherbande Wirecard verschliefen, hier als oberste Aufseher der Aufsicht bezeichnet, „ . . . und der Bundesbank fürchten, dass auch die Sparkassen deutlich von möglichen Kreditausfällen als Folge der Coronakrise betroffen sein werden.“

Ja, um alles in der Welt, was soll diese Aussage? Das Hauptgeschäftsfeld eines Kreditinstitutes ist nun mal die Vergabe von Krediten und mit jedem Kredit besteht auch das Risiko eines Kreditausfalls. Haben die Sparkassen etwa wegen Corona keine Sicherheiten für einen Kredit verlangt? Erinnern sich die „obersten Aufseher der Aufsicht“ nicht mehr an die 100% - Absicherung von Corona-Krediten durch den Staat? Kreditausfälle auszugleichen bleibt damit, wie immer, „deutlich“ Aufgabe der Steuerzahler.

Was soll überhaupt die ganze „Warnung“? Die angesprochenen Kredite sind nun einmal ausgegeben – damit ist der „Point of no Return“ überschritten. Was soll zum jetzigen Zeitpunkt eine öffentliche Warnung, wer soll damit zur Vorsicht gemahnt werden und welche Vorsichtsmaßnahmen sollte diese Person ergreifen? 

Das Menetekel in der „Wirtschaftswoche“ weckt beim Leser Angst und Sorge vor der Zukunft. Besser wäre es gewesen, hätten sich die „obersten Aufseher“ mit dem „obersten Sparkassenchef“ zusammengesetzt. Da hätten sie sich mal richtig aussprechen können. Denn der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis, „sieht seine Institute gut für die Folgen der Corona-Pandemie gerüstet“.

 „Die Sparkassen seien gut aufgestellt, weil sie die gute Konjunktur der vergangenen Jahre genutzt hätten, um ihre Rücklagen „sehr deutlich“ auszubauen.“ Schleweis: Mit dem Wissen von heute würde ich Schieflagen deshalb natürlich ebenfalls ausschließen.“

Lassen Sie sich´s nicht verdrießen und bleiben Sie gesund! Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen! O.K.