SFB – Wochenbericht Nr. 34/2019
Presseschau
(. . .)
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
(. . .)
[Deutschland. Ein Wintermärchen.
von Heinrich Heine]
Sehr geehrte Damen und Herren,
das war doch mal eine sehr positive Nachricht von einer Sparkasse: Das Eiergeschäft läuft gut!
300 bis 600 Eier pro Woche verkauft die Sparkasse Chemnitz. Auch Sparkassen haben eine Chance, zu Deutschlands wahren Helden aufzurücken (zumindest in der gleichnamigen Serie bei Focus Online Erwähnung zu finden).
Dagegen sind die Nachrichten über die Münchner Stadtsparkasse schon bitter: „Die Stadtsparkasse München kündigt zum Jahresende 28.000 Kunden ihre Prämiensparverträge“.
Verkündet wurde diese bittere Nachricht vom Vorstandsvorsitzenden Ralf Fleischer. Natürlich mit einer typischen Begründung im Sparkassenjargon: Die anhaltend niedrigen Leitzinsen der Europäischen Zentralbank sind daran schuld. Die Reaktion aus dem Publikum kam prompt:
Unter dem Titel „Sparer, wehrt Euch!“ erschien in der Bild-Zeitung ein Kommentar mit der Information bzw. Erinnerung daran, dass die Münchner Sparkasse im Frühjahr einen Gewinn von 117 Million Euro meldete. Dann gibt es noch eine weitere Mitteilung, vom 14.12.2018, aus der Süddeutschen Zeitung, die im Zusammenhang interessant ist: „So viel verdienen die Chefetagen städtischer Firmen“. Der bereits erwähnte Ralf Fleischer wird hier im ersten Satz genannt: „Das meiste Geld verdient der Mann mit dem Haus voller Geld – der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse. Im vergangenen Jahr konnte sich Ralf Fleischer über ein Gehalt von mehr als einer halben Million Euro freuen.“ Da schau her. Was dieser Sparkassenvorstandsvorsitzende treibt, nennt man im Volksmund: „Die Leute für dumm verkaufen“.
Schließlich erhebt sich auch die Frage, ob die Sparkasse nicht, wenn sie schon gezwungen ist, teure Verträge zu kündigen, mal über die Gehaltsvereinbarung im Arbeitsvertrag ihres Vorstandsvorsitzenden nachdenken sollte? Der Chef einer Anstalt des öffentlichen Rechts würde glaubwürdiger wirken, läge sein Jahreseinkommen wenigstens unter dem der Bundeskanzlerin.
Dennoch. Lassen Sie sich´s nicht verdrießen! Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen. O.K.