SFB – Wochenbericht Nr. 41/2019
Presseschau
„Wir blicken so gern in die Zukunft, weil wir das Ungefähre
was sich in ihr hin und her bewegt, durch stille Wünsche so
gern zu unseren Gunsten heranleiten möchten.“
[Goethe; Wahlverwandtschaften II/4]
Sehr geehrte Damen und Herren,
haben die Klassiker ihre Geltung verloren? Brauchen wir in unserer Gesellschaft die Weltuntergangsstimmung als Nervenkitzel? Beinahe möchte man so denken, wenn man die Prophezeiung der Bildzeitung vom 11.11.2019 liest: „Ökonomen warnen vor Finanzkrise im Jahr 2023“ (Wir machten in unserer Presseschau vom 13.11.2019 unter dem Titel: „Die Warnung der Ökonomen“ darauf aufmerksam).
Am 14.11.2019 erschien dann im Wirtschaftsteil von „n-tv“ ein Beitrag mit dem Titel: „Deutschland entgeht knapp der Rezession, Die deutsche Wirtschaft schrammt im Herbstquartal knapp an der befürchteten Rezession vorbei. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legt in den zurückliegenden drei Monaten überraschend leicht zu.“
Sieh mal einer an. Unsere „Experten“ der Wirtschaft sind nicht in der Lage, den gegenwärtigen Zeitabschnitt von drei Monaten richtig zu erkennen, erlauben sich jedoch, für das Jahr 2023 eine Finanzkrise vorher zu sagen. „Aber, wie kann etwas erlogen sein, was in der Zeitung steht?“ so sang dereinst Reinhard Mey. Sind damit vielleicht die vielzitierten „Fake News“ gemeint?
Kurzum, warten wir die nächste Gesprächsrunde im Fernsehen ab. Wenn das Thema untersucht wird, warum sich in unserer Gesellschaft so viele Menschen verunsichert fühlen. Eine Ursache hätten wir schon.
Lassen Sie es sich nicht verdrießen. Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen! O.K.