SFB – Wochenbericht Nr. 46/2019

Presseschau

„Die Geisterwelt ist nicht verschlossen; 
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot!

[Goethe, Faust I]

Sehr geehrte Damen und Herren,

sicher haben Sie mit dem größten Interesse die Pressemeldungen zu Schwedens Ankündigung gelesen, aus der Negativ-Zinspolitik auszusteigen. Wir machten in unseren Nachrichten vom 20.12.19 unter dem Titel: „Schweden startet durch“ auf eine entsprechende Nachricht der „FAZ“ aufmerksam. 

Seit geraumer Zeit ist erkennbar, dass es unter den „ausgewiesenen Fachleuten“ zwei Positionen gibt, die jeweils ein Pro oder Kontra derzeitiger europäischer Zinspolitik vertreten. Aber man kennt ja immer nur die eine Variante, die gerade stattfindet. Was für ein glücklicher Zufall (?), dass gerade mit Schweden ein europäisches Land auf die Idee kam, sich einmal vom Ist-Zustand abzuwenden und einen anderen Weg zu gehen. So wird gewissermaßen der Feldversuch eines EU-Landes mit eigener Währung gestartet, dessen Ergebnis den Nachbarn dann höchst interessant sein muss. 

Bemerkenswert im Beitrag der FAZ ist sicherlich die Feststellung im Untertitel: „Die Wahrnehmung ändert sich“. Ein kluger Spruch von Albert Einstein besagt, dass man niemals Probleme mit derselben Denkweise lösen kann, mit der diese entstanden sind. Hat eigentlich die Denkweise der EZB zur Krise geführt, welchen Anteil hatte sie daran? Oder ist hier etwa von alternativen Fakten die Rede, ändert sich wirklich unsere Wahrnehmung? 

Die Wirtschafts- und Finanzwelt ist gewiss nicht verschlossen, doch wer hat schon die richtigen Sinne und das rechte Herz, um sie zu verstehen . . .   

Lassen Sie es sich nicht verdrießen! Einen schönen vierten Advent wünsche ich Ihnen! O.K.