SFB – Wochenbericht Nr. 42/2019
Presseschau
„Seht euch vor vor den falschen Propheten,
die in Schafskleidern zu euch kommen,
inwendig aber sind sie reißende Wölfe“
[Matthäus 7,15]
Sehr geehrte Damen und Herren,
erinnern Sie sich noch an unseren letzten Wochenbericht? Wir machten auf einen Beitrag der „Bildzeitung“ aufmerksam, die Informationen des derzeitigen Spiegel-Bestsellers „Der größte Crash aller Zeiten“ zur Grundlage hatte.
In der darauffolgenden Woche (am 21.11.2019) erschien uns die Meldung „Der nächste Schritt“ über eine neue Information von „Focus Online“ erwähnenswert. Der Inhalt bestand in der Neuheit zur Volks- und Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck, die jetzt Negativzinsen „vom ersten Cent an“, von Privatkunden verlangt. Allerdings mit der Einschränkung, dass diese Meldung nur Neukunden betrifft und sich daher nicht auf Bestandskunden auswirkt.
Die Nachricht wurde in den nächsten Tagen mehr oder weniger getreu von nahezu sämtlichen Medien kolportiert. Dabei lieferte „Telepolis“ ein „Fake-News-Schulbeispiel“ durch die Unvollständigkeit und damit Halbwahrheit des Beitrags. Die Voraussetzungen für die Erhebung von Negativzinsen gegenüber Privatkunden (geänderte Allgemeine Geschäftsbedingungen, die den Negativzins zur Grundlage von Verträgen machen), sind nur bei Neukunden gegeben. Das verschweigen uns die beiden Verfasser des Beitrags wohlweislich („Negativzinsen von mindestens minus 4 Prozent werden kommen“ Telepolis v. 22.11.2019), handelt es sich doch um die Bestsellerautoren vom „größten Crash aller Zeiten“ höchstselbst.
Manchmal fällt es nicht leicht, einen Kommentar von einer Nachricht zu unterscheiden. Bei Telepolis lautet der Untertitel allerdings eindeutig
„Gastkommentar: Wir befinden uns in einer Zeitenwende – auch bei den Anleihen“
In einem Kommentar sind eigene Reflexionen und Polemik zwar Pflicht, die Verfälschung einer Tatsache durch Weglassen wichtiger Details ist jedoch nicht erlaubt.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen!
Bleiben Sie wachsam und mißtrauisch! Ich bleibe O.K.